Ella – Die Überarbeitung

Nachdem ich also alles per Hand geschrieben und dann tagelang nochmal abgetippt hatte (Das werde ich nie wieder so machen!), habe ich die Geschichte erstmal ein bisschen liegenlassen. Tatsächlich soll man sich nämlich nicht direkt an die Überarbeitung setzen, damit man wieder etwas Abstand zu der Geschichte gewinnt. In der Zeit kann man schonmal mit der Planung eines neues Projektes beginnen oder einfach mal die Zeit genießen und Dinge tun, die mit dem Schreiben nichts zu tun haben.

Dann ging es los. Ich glaube, ich kann hier nicht alles beschreiben, was ich überarbeitet habe, weil es von Ellas Geschichte bis zur Veröffentlichung wirklich viele Versionen gab. Aber ich fasse mal zusammen, was ich so gemacht habe.

Als Erstes habe ich die Geschichte im Copyshop ausdrucken lassen, dann beim Lesen Dinge markiert und an den Rand geschrieben, die mir aufgefallen sind: Kleinigkeiten wie Tippfehler, aber auch Sätze herausgestrichen, markiert, wenn einer Figur noch Beschreibung fehlt, und sehr oft markiert, dass es an Atmosphäre fehlt. Manchmal musste ich auch noch etwas recherchieren oder auch Inhaltliches grundsätzlich überdenken und verändern.

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Dann habe ich im Internet nach Schreibtipps gesucht und bin durch Zufall auf die Autorin Sylvia Englert gestoßen (schreibt unter anderem als Katja Brandis). Wir schrieben uns ein paar Mails, dann durfte ich ihr eine Leseprobe schicken und schließlich auch das ganze Manuskript fürs Lektorat – natürlich gegen Bezahlung. Als ich das Manuskript dann zurückbekam, war ein Gutachten dabei, in dem genau aufgeschlüsselt war, was gut und was noch nicht so gut war, und auch im Manuskript gab es viele Anmerkungen mit Lob und Kritik.

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Dann ging es an die weitere Überarbeitung, durch die konkreten Anhaltspunkte noch viel intensiver als bei der ersten. Meine Schwester und meine Mutter mussten schließlich als Testleser herhalten. Dann versuchte ich mein Glück bei der Agentur Rumler und bekam nach Monaten des Wartens und einer Nachfrage von Sylvia Englert leider eine Absage. Es fehlte ihnen an Atmosphäre (da war sie wieder!) und sie hatten von der Geschichte mehr erwartet.

Dazu muss ich sagen, dass die Geschichte für mich immer erst losging, sobald Ella in Tofino ist. Aber ich musste ja auch beschreiben, wie sie dort hinkommt. Und genau das war das Problem. Ich habe am Anfang fast ausschließlich beschrieben und es gab nur sehr wenige konkrete Szenen, sehr wenig Dialog. Und die Agentur hatte ja nur den Anfang gelesen. Enttäuscht schrieb ich Sylvia Englert an, was ich jetzt tun sollte: noch einmal überarbeiten oder woanders versuchen. Sie riet mir zur Überarbeitung und nachdem Frau Wittmann von der Agentur mir versicherte, ich dürfte es noch einmal versuchen, wenn ich das Manuskript überarbeitet hatte, machte ich mich also noch einmal daran.

Ich schnappte mir den Ratgeber von Elizabeth George und studierte die verschiedenen Möglichkeiten eine Szene zu schreiben. Schritt für Schritt überarbeitete ich den kompletten Beginn meiner Geschichte – nicht inhaltlich, sondern tatsäc20190218_131712hlich nur in der Art, Ellas Reise zu erzählen.
Dann versuchte ich es erneut, mit dem vollständigen Manuskript, … und bekam eine Zusage der Agentur mit einem riesigen Lob, dass sich die Geschichte wahnsinnig verbessert hätte. Ich war unglaublich stolz!!! Ich bekam meinen Agenturvertrag und dachte ernsthaft, ich hätte es geschafft …